Hörgerät24

Nera2 Pro Ti

Oticon Nera2 Pro TI Oticon Nera2 Pro Ti basiert auf der neuesten Chip-Plattform Inium Sense.Nera2 Pro Ti sorgt für sehr gute Hörleistung in verschiedenen akustischenSituationen. Die Hörsysteme können auf persönliche Hörvorlieben des Nutzers eingestellt werden. Nera2 Pro Ti arbeitet erstmals in der Mittelklasse mit der neuen Verstärkungsstrategie VAC+. VAC+ ermöglicht es in besonderer Weise,individuelle Unterschiede…

Nera2 und Nera2 Pro

Oticon Nera2 basiert auf der neuesten Chip-Plattform Inium Sense. Die Hörsysteme sorgen für sehr gute Hörleistung in verschiedenen akustischen Situationen. Oticon Nera2 kann auf persönliche Hörvorlieben des Nutzers eingestellt werden. Die neue Verstärkungsstrategie VAC+ gibt es für Nera2 jetzt erstmalig bereits in der Mittelklasse. VAC+ ermöglicht es in besonderer Weise, individuelle Unterschiede in der Lautheitswahrnehmung…

Alta2 und Alta2 Pro

Die Hörgeräte der Alta2 Technikstufe sind die HighEnd Hörgeräte von dem dänischen Hörgerätehersteller Oticon. Das Alta2 wird in zwei Technik-Varianten angeboten. Das normale Alta2 ist mit ca. 2200,-€/Stück das günstigere und beinhaltet fast die selben Funktionen wie die Pro Version die gut 2.600,-€/Stück kostet. Der Unterschied ist nur dann wirklich herauszuhören, wenn oft sehr komplexe…

Unbehaglichkeitsschwelle
Das menschliche Gehör schützt sich vor zu großer Lautstärke durch Schmerz. Vor dem Schmerz liegt die Unbehaglichkeit, die durch großen Lärm ausgelöst wird. Bei Hörgeräte-Versorgungen geht es nicht nur darum, Töne lauter zu machen, es geht auch darum, Töne nicht so laut zu machen, dass die Unbehaglichkeitsschwelle erreicht wird. (? Restdynamik)

Tristate bzw. 3-stufiges Lärm-Management
Wie gut und effektiv ein Lärm-Management funktioniert ist u.a. davon abhängig, wie gut es Sprache und Lärm unterscheiden kann. Hier verfügt Oticon über eine einmalige Technologie, die so genannte „Spracherkennung“. Sie beruht darauf, dass sich in Sprachsignalen bestimmte Muster synchroner Obertöne erkennen lassen, die in allen anderen Geräuschen so nicht vorkommen. Dank dieser Oberton- statt der gängigen Modulations-Erkennung, kann das Lärm-Management in Oticon-Geräten gewinnbringender arbeiten und selbst dann das SNR noch verbessern, wenn die Sprache leiser ist als der Lärm. „3stufig“ bedeutet:

  1. keine Lärm-Reduzierung, wenn Sprache in allen Kanälen klar dominiert
  2. kanalspezifische Lärm-Reduzierung bei Sprache mit Lärm
  3. allgemeine Verstärkungs-Reduzierung, wenn nur Lärm (ohne Sprache) erkannt wird.

Da eine Lärm-Absenkung fast immer in den tiefen Frequenzen erfolgt, hat sie eine Verschlechterung des Klangbildes zur Folge, das Hörgerät klingt “dünner”. Je genauer zwischen Lärm und Sprache unterschieden werden kann, desto mehr Bassanteil kann beibehalten werden, ohne dass er die Sprache maskiert.

Streamer

Oticon Streamer in weiß oder schwarz erhältlich.  Quelle: Oticon GmbH

Oticon Streamer in weiß oder schwarz erhältlich.
Quelle: Oticon GmbH

Unter “streamen” versteht man in der Computerwelt das Übertragen von Daten von einem Digitalgerät auf ein anderes. Der Oticon-Streamer kann drahtlos die Daten von Bluetooth-fähigen Geräten empfangen und diese dann wiederum drahtlos in die Hörgeräte übertragen.
Der Nutzen dieser Möglichkeit kann insbesondere für sehr schlecht hörende Menschen gar nicht hoch genug bewertet werden, verbindet der Streamer sie doch mit TV und Familie gleichzeitig, mit Festnetz, Handy, MP3-Player usw.

Statusleuchte
Die speziellen Pädakustik-Hörgeräte von Oticon verfügen auf der Rückseite über eine so genannte Status-Leuchte. Es handelt sich dabei um eine kleine LED, die u.a. anzeigt ob das Hörgerät arbeitet, ob die Lautstärke optimal ist und in welchem Programm gehört wird.
Eltern, Betreuer/innen und Lehrkräfte können mit einem Blick feststellen, in welchem Zustand sich die Hörgeräte eines Kindes befinden.

Spracherkennung (VoiceFinder)
Sprache auch in lauter Umgebung verstehbar zu machen, gehört zu den Hauptherausforderungen bei einer Hörgeräteversorgung. Dafür ist es wichtig, dass ein Gerät erkennt, wie viel Sprach- und wie viel Lärmanteile im Eingangssignal sind. Nur dann kann es den Lärm entsprechend reduzieren. Im Unterschied zur verbreiteten (?) Modulationsanalyse basiert die Spracherkennung darauf, dass Vokale über eine sehr spezielle Charakteristik verfügen. Sie bestehen aus energiereichen Grundtönen und einer Anzahl zeitgleich auftretender harmonischer Obertöne. Der Grundton für den Vokal A liegt z.B. bei 200 Hz, ist also sehr tieftonig. Er erzeugt jedoch harmonische Obertöne bis hinauf zu 7 kHz. Wo immer also ein Grundton in Verbindung mit einer bestimmten Struktur von Obertönen auftritt, handelt es sich um Sprache. Im Gegensatz zur Modulationsanalyse erkennt der VoiceFinder diese Strukturen auch dann, wenn der Lärm lauter ist als die Sprache. Entsprechend können Hörgeräte mit diesem System auch in akustisch sehr schwierigen Situationen Sprache und Lärm besser trennen als andere Systeme.

Speech Guard
Ein Jeder Mensch hat eine ganz eigene Stimmfärbung und Sprachmelodie und betont Silben anders. Wenn sich in einer Situation mehrere Stimmen mischen, nutzt das Gehör u.a. diese individuellen Eigenheiten, um einzelne Sprecher zu unterscheiden und zu verstehen.

Das Kompressionssystem in einem Hörgerät sollte also alle akustischen Signale, besonders Sprache, so natürlich wie möglich übertragen, um die Unterscheidbarkeit nicht zu stören. Bisherige Kompressionssysteme verstärken leise Töne und machen Lautes leiser. Je nach Geräte-Konzept geschieht dies mit sehr unterschiedlichen Regelzeiten und in mehreren parallel geschalteten Kompressor-Kanälen. Durch diese Art der Kompression wird die Lautstärke insgesamt angenehm, aber auf Kosten der Qualität und der Signaltreue. Hohe Kompression bedeutet also ein komfortables Klangbild mit eingeengter Sprachdynamik sprich schlechterer Sprachverständlichkeit.

Umgekehrt sichert eine rein lineare Übertragung optimale Sprachverständlichkeit, ist aber oft zu leise oder zu laut. Das Ziel ist also ein System, das so viel Kompression wie nötig und so viel Linearität wie möglich zulässt. Ein derartiges Kompressionsverfahren nennen wir Speech Guard. In einem klassischen Kompressionssystem wird durch den Pegel-Detektor permanent der Eingangspegel (=Lautstärke) gemessen. Der gewünschte Ausgangspegel wird durch eine variabel gesteuerte Verstärkung erreicht. Allerdings: Für die Messung des Eingangspegels benötigt der klassische Pegel-Detektor ein bestimmtes Zeitfenster. Ist dieses Zeitfenster kurz, arbeitet der Kompressor mit einem hörbaren Pump-Effekt. Ist das Zeitfenster lang, kann der Kompressor auf einen Impulsschall (z.B. Türzuschlagen) nicht schnell genug reagieren. Deshalb musste bei der Gestaltung eines Kompressionssystems immer ein Kompromiss zwischen zu schnell und zu langsam, zwischen Klangqualität und Sprachverstehen eingegangen werden.

Speech Guard ist ein extrem flexibles Kompressionssystem, das Sprache bei allen Pegeln immer so linear wie möglich verstärkt und Impulsschall dennoch sicher abfängt. Das System besteht aus mehreren Detektoren, die zusammenwirken. Ein schneller Pegel-Detektor misst in Echtzeit den real anliegenden Eingangs-Pegel. Ein Differenz-Detektor ermittelt bis zu 500 Mal pro Sekunde die Differenz zwischen dem Eingangspegel und der Stellung eines adaptiven Pegel-Detektors, der die gehörte Lautstärke steuert. Ist die Differenz gering, ist die akustische Situation also stabil, wird eine lineare Verstärkung gewählt, die dem individuellen Hörvermögen des Trägers entspricht. Ist die Differenz hoch, z. B. bei impulshaften Signalen, wird mit großer Kompression und extrem kurzen Zeitkonstanten gearbeitet. Dadurch wird Impulsschall so reduziert, dass wichtige Signale, z. B. eine Hupe, noch hörbar sind, aber die möglichst lineare Verstärkung für Sprache, auch durch eine zufallende Tür, nicht hörbar beeinflusst wird. Insbesondere diese „Unhörbarkeit“ der Regelvorgänge macht die besondere Qualität von Speech Guard aus.

Signalverarbeitung
Ein Hörgerät verarbeitet (= verändert) ein natürliches Signal so, dass es trotz eines Hörverlustes vom Gehör entschlüsselt werden kann. Diese Verarbeitung geschieht bei verschiedenen Herstellern auf recht unterschiedliche Weise – wir sprechen von unterschiedlichen Verstärkungs-Strategien. Sie führen (nicht unbedingt bei der Anpassung, sondern in Laufe der Zeit) zu unterschiedlich guten Ergebnissen. Oticon arbeitet mit der VAC-Strategie (Voice Aligned Compression), die in verschiedenen Profilen an unterschiedliche Lebensbedingungen angepasst werden kann.
Oticon arbeitet mit VAC, damit unsere Hörsysteme zunächst ein möglichst gutes Sprachverstehen und, in Situationen ohne Sprache, einen möglichst natürlichen Klang bieten.

SNR – Signal to Noise Ratio
Direkt übersetzt sprechen wir hier vom „Signal zu Lärm Verhältnis“. In Normalsprache sprechen wir also vom Lautstärkeverhältnis zwischen Sprache und Lärm. Je schlechter dieses Verhältnis zu einander, je gleichlauter also beide sind, desto schlechter wird das Verstehen. Das gilt für alle Menschen, seien sie nun schwerhörig oder nicht. Schwerhörige werden jedoch von viel weniger Lärm, viel eher und stärker im Verstehen behindert als Normalhörende. Deshalb muss für sie ein möglichst gutes Verhältnis, d.h. ein möglichst großer Lautstärke-Abstand zwischen Sprache und Lärm hergestellt werden. Dies geschieht u.a. mit der Verstärkungs-Strategie, Richtmikrofonen, Lärm-Management usw.

Schwerhörigkeit
Es gibt viele Ursachen dafür, dass Menschen weniger hören. Es können mechanische Schäden im Außen- oder Mittelohr sein, Entzündungen, Probleme in der Verarbeitung im Gehirn und viele Gründe mehr. Hörgeräte werden meist dann eingesetzt, wenn eine Schädigung des Innenohres vorliegt.
Im Innenohr nehmen feinste Härchen (Haarsinneszellen) den Schall auf, wandeln ihn in elektrische Energie um, und leiten diesen Impuls ans Gehirn weiter, wo die Information erkannt wird. Aus vielen Gründen können Teile der Haarsinneszellen geschädigt werden (Medikamente, Rauchen usw.), meist ist dauerhafter Lärm oder der normale Alterungsprozess Auslöser, dass Haarsinneszellen nicht heil- und nicht ersetzbar abbrechen.
Da die Haarsinneszellen für hohe Töne am Eingang der Innenohrschnecke liegen, sind sie diejenigen, die meist zuerst leiden. 99% der Hörgerätekunden haben eine (?) Hochton-Schwerhörigkeit. (? Hören und Verstehen)

Recruitment
Das Recruitment (sprich „Rekrutment“) ist ein psychoakustisches Phänomen des Gehörs. Der Begriff steht für eine Lautstärke-Überempfindlichkeit von schlecht hörenden Menschen.

Wikipedia sagt sinngemäß: Die äußeren Haarsinneszellen (Nerven) des Innenohrs können leisen Schall verstärken und lauten Schall dämpfen. Die Schädigung oder der Ausfall eines Teils dieser Sinneszellen bewirkt wegen des Wegfalls der Verstärkung ein schlechteres Hören. Andererseits ist aber auch die Dämpfungsfunktion nicht mehr vorhanden, so dass laute Töne schneller als unbehaglich wahrgenommen werden.

Restdynamik
Bei einer Hörgeräte-Versorgung geht es darum, möglichst jeden tiefen, mittleren und hohen Ton wieder so laut zu machen, dass er ohne Anstrengung gehört werden kann (? Hörschwelle) – ohne das er jemals zu laut werden kann (? Unbehaglichkeitsschwelle). Oft ist es so, dass Menschen mit geringerem Hörvermögen zugleich besonders empfindlich auf hohe Lautstärken reagieren. Den Bereich zwischen der Hörschwelle, also den Punkten an dem zu hören beginnt und der Unbehaglichkeitsschwelle nennt man die Restdynamik. Bei Menschen, die eine sehr starke Schwerhörigkeit haben – und deshalb auch oft eine Überempfindlichkeit gegen große Lautstärken (? Recruitment) – ist es eine große Kunst der Hörakustik, ein annähernd natürliches Klangbild in dem sehr kleinen Bereich der Restdynamik zu etablieren.

Raumklang
Der Mensch kann bis auf 1° genau erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Wir haben also ein ausgeprägtes Richtungshören. Es ist der Schlüssel zu der Fähigkeit, komplexe Klangbilder zu sortieren und uns aus einem Brei von Klängen das herauszuholen, was wichtig ist. Zum Beispiel Sprachverstehen neben einer 6spurigen Autobahn oder das Verstehen einer einzelnen Person in einer Gruppe sprechender Menschen.

Es sind viele Faktoren, die diese Fähigkeit ermöglichen, einige sind: 1. Man muss hohe Töne zwischen 4 und 10 kHz gut hören können. 2. Beide Ohren müssen gleich gut hören. Dann wird 3. ein Geräusch, das nicht direkt von vorn kommt, durch die so genannte Kopfabschattung auf einer Seite minimal früher hörbar, minimal lauter und minimal hochtoniger. Diese geringfügigen Unterschiede genügen dem Gehirn, die Schallrichtung exakt zu bestimmen.

Da nachlassendes Hörvermögen fast immer bei den hohen Tönen beginnt, verlieren Menschen zunächst im Bereich zwischen 4 und 10 kHz Hörfähigkeit. Damit verlieren sie also auch an Sensibilität für die Richtungserkennung und die Fähigkeit, komplexe Klangbilder zu sortieren. Sie verstehen speziell in lauter Umgebung schlecht.

Um Ihnen die Fähigkeit der „Schallsortierung“ zurückzugeben, brauchen sie Hörgeräte, die die Effekte der Kopfabschattung nicht stören. Das tun aber fast alle Hörgeräte, denn fast alle Hörgeräte arbeiten unabhängig von einander, jedes auf seinem Ohr (? bilateral). Jedes Gerät wird vom Hörakustiker so eingestellt, dass es auf „seinem Ohr“ optimal arbeitet: Es macht Lautes leiser und Leises lauter usw. Damit stören zwei unabhängig arbeitende Hörgeräte an einem Kopf die Erkennung von Lautheitsunterschieden zwischen den Ohren. Die „Schallsortierung“ funktioniert nicht. Nur Hörsysteme, die ein Klangbild gemeinsam verarbeiten, die also mit einer (?) Binauralen Signalverarbeitung funktionieren, erkennen und bewahren die Unterschiede. Sie können also bei schlecht hörenden Menschen die „Schallsortierung“ wiederherstellen. Wir nennen die Fähigkeit entsprechender Geräte die Wiederherstellung von Raumklang.

Otoakustische Emissionen (OAE)
Bei OAEs handelt es sich um Schall, der aus dem Ohr austritt. Ein gesundes Innenohr sendet nach einem akustischen Reiz (also nach einem Ton oder Wort) eine unhörbare Antwort. Diese Antwort kann mittels einer Sonde im Gehörgang registriert werden. Wenn sich OAEs messen lassen, deutet dies auf intakte Haarsinneszellen hin. Finden sich keine otoakustischen Emissionen, erlaubt das noch keine Aussage über die Hörfähigkeit eines Menschen, zwingt aber zu weiteren Untersuchungen. Meist wird sich eine (?) BERA anschließen.
Das Messen von OAEs gehört in den Bereich der objektiven Audiometrie, die zur Anwendung kommt, wenn Menschen sich zu ihrem Hörvermögen nicht äußern können, zum Beispiel Babys.

Lärm–Management
Die Menge Lärm am Ohr von Menschen mit Hörgeräten muss geregelt werden, weil der reine Lärm, ohne Sprache, sonst unnötig laut verstärkt würde – und weil, beim gleichzeitigen Auftreten von Sprache und Lärm, der Lärm die Sprache überdecken (maskieren) kann. Ein Lärm-Management unterdrückt also störenden Lärm. Dies geschieht durch Absenkung der Verstärkung in den Hörgeräte-Kanälen, in denen mehr Lärm als Sprache messen wird (meist im Tiefton-Bereich).
Die Reduzierung von reinem Lärm führt zu weniger akustischer Ermüdung und somit zur längeren Erhaltung der Konzentrationsfähigkeit. Die Reduzierung von Lärm während gesprochen wird, erleichtert das Verstehen.

Modulationsanalyse
Sprache auch in lauter Umgebung verstehbar zu machen, gehört zu den Hauptherausforderungen bei einer Hörgeräteversorgung. Dafür ist es wichtig, dass ein Gerät erkennt, wie viel Sprach- und wie viel Lärmanteile im Eingangssignal sind. Nur dann kann es den Lärm entsprechend reduzieren.

Das verbreiteteste Verfahren zur Erkennung, ob es sich um Lärm oder Sprache handelt, ist die Modulationsanalyse. Wie der Name schon sagt, erkennt sie anhand des Modulationsgrades, also der Wellenform und -tiefe, um welche Signalart es sich handelt. Ist das Signal eher wenig moduliert, handelt es sich in der Regel um Lärm. Ist das Signal stark moduliert, handelt es sich in der Regel um Sprache. Treten beide Modulationsformen gleichzeitig auf, handelt es sich um Sprache in Lärm.

Wie die oben verwendete Formulierung „handelt es sich in der Regel um Lärm“ schon vermuten lässt, ist die Modulationsanalyse nicht so leistungsstark wie die (?) Spracherkennung. Hinzu kommt, dass sich die Modulationen umso schlechter erkennen lassen, desto gleichlauter Sprache und Lärm werden. In sehr lauten Situationen mit Sprache kann eine Modulationsanalyse das Lärm-Management nicht mehr aktivieren, weil es nicht mehr erkennen kann, dass Sprache im Signal enthalten ist.

Hörschwelle
Die Hörschwelle ist die bildliche Darstellung des Hörvermögens eines Menschen. Sie wird an verschiedenen Frequenzen des Gehörs gemessen. Die Messpunkte beschreiben dem Hörgeräteakustiker, wie viel Verstärkung ein Hörgerät bei der jeweiligen Tonhöhe liefern muss. Ohne die Ermittlung einer Hörschwelle (bei Erwachsenen per Audiometer) kann ein Hörgerät nicht korrekt auf das Hörvermögen eines bestimmten Menschen eingestellt werden. (? Unbehaglichkeitsschwelle)

Hochtonhörminderung
Bei einer Hochtonschwerhörigkeit hört der Mensch in den mittleren und tiefen Frequenzen weitgehend normal. Das hat zur Folge, dass seine Lautheitswahrnehmung, die über dieTiefen erfolgt, unverändert ist. Deshalb sagen diese Menschen zu Recht „Ich höre noch gut“. Allerdings: sie verstehen schlecht – und das ist das, was Freunde und Familie so anstrengt. Denn in den Höhen liegt das Sprachverstehen. Und werden die Höhen nicht mehr gehört, ist das Sprachverstehen schelchter. Dann haben die Recht, die sagen „Du verstehst schlecht.“

Gehör
Ein Gehör besteht aus zwei Ohren und einem Gehirn. Deshalb sollten beide Ohren gleich gut hören, um dem Gehirn gleichwertige Signale zu liefern. Nur dann kann das Gehirn schnell und sicher erkennen, aus welchen Einzelklängen ein komplexes Klangbild besteht – und was momentan die wichtigse Information in dem „Klangbrei“ ist.

FM System
“FM” steht für Frequenzmodulation, für ein Übertragungsverfahren von Audiosignalen, das wir in Deutschland sonst mit „UKW“ bezeichnen. FM-Anlagen im Hörgeräte-Bereich bestehen aus einem Sender für Redner/innen und (ein oder) zwei Empfängern, die sich die Zuhörer auf ihre Hörgeräte stecken. Auf diese Weise lassen sich größere Entfernungen in Vorlesungssälen oder beim Sport überbrücken und es lässt sich trotz Lärm (in einer Fabrik) und/oder Hall (in einer Kirche) verstehen.
Dadurch, dass auf Seite des Senders direkt in ein (Kragen- oder Headset-) Mikrofon gesprochen wird und dieses Signal ohne Verluste an die Empfänger geht, wird der so genannte Signal-Rausch-Abstand (signal-to-noise-ratio, SNR; siehe SNR) drastisch verbessert – und das Verstehen entsprechend erleichtert.

DSL v5.0
DSL ist die Abkürzung für “Desired Sensation Level” und heißt wörtlich übersetzt etwa „Benötigte Empfindungs-Lautstärke“. Es handelt sich dabei um eine Verstärkungs-Strategie für Hörgeräte an Kindern, die von der University of Western Ontario ( Kanada) entwickelt wurde und seit 2009 in der Version 5.0a vorliegt. DSL setzt für Kinder auf deutlich mehr Breitbandigkeit und Lautstärke (ca. + 10 dB SPL) als bei Erwachsenen-Versorgungen, insbesondere in den hohen Frequenzen. DSL ist die weltweit anerkannte und verwendete Verstärkungs-Strategie bei Päd-Versorgungen.
DSL bringt viele akustische Signale mit hohem Pegel in den Bereich der Restdynamik, damit möglichst viele Sprachanteile wahrgenommen werden können. Das kommt der Entwicklung der Hörnerven und der Qualität der Aussprache gleichermaßen zugute.

Direktionalität, fix (fest nach vorn)
Ein fixes (nicht-adaptives) Richtmikrofon kann einem Störgeräusch nicht folgen; es dämpft immer und ausschließlich nach hinten. Fährt z.B. hinter einem Hörgeräteträger ein Auto vorbei, so hört er auf der ankommenden Seite das Störgeräusch, das dann hinter seinem Rücken leise und auf der anderen Seite wieder lauter wird.
Wer beispielsweise am Arbeitsplatz eine Maschine oder einen stark rauschenden Computer im Rücken hat, kann auch mit einer nicht-adaptiven, nach vorn festgelegten Richtwirkung große Entlastung erfahren.

Direktionalität, automatisch
Wenn Richtmikrofone automatisch arbeiten, wechseln sie situationsabhängig zwischen den verschiedenen Richt-Modi (Omni, Split- und Voll-Fokus) hin- und her, ohne, dass die Nutzer/innen eingreifen müssen.
Man braucht sich nicht ums bestmögliche Verstehen zu kümmern – die Automatik übernimmt das.

Direktionalität, adaptiv (einkanalig/ mehrkanalig)
Ein adaptives (= anpassungsfähiges) Richtmikrofon kann einem Störgeräusch folgen. Fährt z.B. hinter einem Hörgeräteträger ein Auto vorbei, so folgt die adaptive Absenkung dem Geräusch. Es ist also für den Hörgeräteträger die gesamte Zeit weniger störend – auch wenn es sich seitlich von ihm befindet. Bei einkanaliger Adaptivität wird die lauteste Störquelle abgesenkt. Geräte mit mehrkanaliger Adaptivität können bis zu vier unterschiedliche Störsignale gleichzeitig absenken, d.h. sie schützen vor mehreren Lärmquellen gleichzeitig, auch wenn sie aus verschiedenen Richtungen kommen.

Direktionalität, Richtmikrofone
Die Richtmikrofone in den aktuellen Oticon-Hörgeräten können bis zu fünf Übertragungs-Modi einnehmen:
1.) Rundum = Surround oder Omni-direktional. Diese Einstellung aktiviert sich in Situationen, in denen keine Richtwirkung erforderlich ist. Hier gibt es Pinna 3D oder sprache Plus.
2.) Split-Fokus mit Omni-Modus im Bass- und Richt-Modus im Hochton/Mitten-Bereich. Die Einstellung bei moderatem Hintergrundlärm.
3.) Voll-Fokus (optional mit Kompensation im Tieftonbereich) für eine Verbesserung der Sprachverständlichkeit (siehe auch Lärm-Management) .
Durch das Zusammenwirken von Richtmikrofon(en) und Lärm-Management kann in Lärm leichter verstanden werden.

Dynamische Rückkopplungs-Unterdrückung (DFC)
„Dynamisch” beschreibt die Fähigkeit dieses Systems, eine akut auftretende Rückkopplung (z.B. beim Umarmen) zu erkennen und digital (per Phasenauslöschung) so auszuschalten, dass keinerlei Hochtonanteile verloren gehen. (Siehe auch „Statische Rückkopplungs-Unterdrückung“.) Das Pfeifen von Hörgeräten gehört weitgehend der Vergangenheit an.

Datalogging – Memory
Memory bzw. Datalogging beschreibt die Fähigkeit eines Hörgerätes aufzuzeichnen, in welchen akustischen Umgebungen es sich bewegt hat (Lärm, Wind, Ruhe, Sprache), ob dabei Sprache aufgetreten ist und wie der/die Träger/in reagiert hat (per Programmwechsel oder manueller Lautstärkeänderung). Diese Daten können in Genie eingesehen werden.

Binaurale Signalverarbeitung
Der größte Nutzen, der sich aus der binauralen Interaktion von zwei Hörgeräten ziehen lässt, ist die gemeinsame Analyse und Verarbeitung des akustischen Umfeldes. Auf diese Weise werden z.B. die Kompressoren in beiden Geräten so gesteuert, dass die Pegelunterschiede zwischen den Ohren erhalten bleiben (siehe oben).
Man gewinnt einen äußerst natürlichen Klangeindruck, kann wieder erkennen, woher ein Schall kommt und gezielt auf das hören, was man hören möchte – und anderes gedanklich ausblenden.


Binaurale Synchronisation

Das akustische Umfeld wird von beiden Geräten gemeinsam analysiert und gemeinsam für die Steuerung der Richtmikrofone und des Lärm-Managements erarbeitet.
Das Hören wird natürlicher und ausbalancierter.

Binaurale Koordination
Der einfachste Vorteil, der sich aus seiner binauralen Interaktion gewinnen lässt, ist die binaurale Koordination. Unter ihr verstehen wir die Bedienung beider Geräte über einen Taster. Dieses beinhaltet auch die Möglichkeit, von einem Gerät aus die Lautstärke oder die Programme auf beiden Seiten zu regeln.
Dieses macht die Bedienung von zwei Hörgeräten wesentlich leichter.

Binaural
Das natürliche Hören erfolgt binaural, d.h. durch die koordinierte Verarbeitung der Signale beider Ohren im Gehirn. Nur Hörsysteme, die mit einer (? Binauralen Signalverarbeitung) ausgestattet sind, können als „binaurale Versorgung“ bezeichnet werden. (? Raumklang)

Bilateral
Die Versorgung eines Menschen mit zwei unabhängig voneinander arbeitenden Hörgeräten, nennt man „bilateral“.

BERA steht für „Brainstem Evoked Respone Audiometry“ und gehört in den Bereich der objektiven Audiometrie. Sie kommt zur Anwendung, wenn Menschen sich zu ihrem Hörvermögen nicht äußern können, zum Beispiel Babys.
Die Messung wird meist durchgeführt, wenn das Baby schläft. Es wird dann ein Sensor auf den Kopf geklebt und ein Signalgeber abwechselnd an beide Ohren. Wenn der Signalgeber einen Ton erzeugt, wird mit dem Sensor auf dem Kopf gemessen, welche Hirnaktivität ausgelöst wird.
Dabei können zwei BERA-Datenarten entstehen: 1. nHL (normalized Hearing Level), das sind die Kurven, die praktisch jede BERA-Anlage ausgibt. 2. eHL (estimated Hearing Level), das ist die geschätzte Hörschwelle, die für eine Hörsysteme-Versorgung von Bedeutung ist. Diese wird nur von wenigen Anlagen als Messergebnis ausgegeben und muss in der Regel aus den nHL-Kurven errechnet werden.

Bandbreite
Der Frequenzgang (die Bandbreite) beschreibt, welchen Übertragungsbereich z.B. ein Hörgerät oder ein HiFi-Lautsprecher bieten kann. Ein erwachsener Mitteleuropäer hört bei vollem Hörvermögen von etwa 50 Hertz (Hz), was einem sehr tiefen Ton entspricht, bis etwa 15 Kilohertz (kHz), die beispielsweise von splitterndem Glas erreicht werden können. Je näher ein Hörsystem an diese Bandbreite herankommt, desto natürlicher kann sein Klangbild und desto besser verständlich Sprache sein.
Je natürlicher ein Mensch mit Hörsystemen hört, desto besser ist er versorgt.

BAN – Body Area Network
”Body Area Network”, also das „Netzwerk im Bereich des Körpers“, beschreibt eine Wireless-Technologie, die mittels eines äußerst schwachen Magnetfeldes einen Datenaustausch im Bereich des Kopfes und des Brustkorbs ermöglicht. Diese Technologie ist die Grundlage für eine binaurale Interaktion von Hörgeräten (Earstream) sowie deren Verbindung mit einem Streamer (siehe auch „Streamer“).
Diese Technologie ermöglicht ganz neue Angebote an die Träger/innen von Hörsystemen wie Raumklang, 3D Lärm-Management, Streamer Pro, ConnectLine TV und Phone Adapter und vielem mehr.

Automatiken
Unter “Automatiken” fassen wir all jene Technologien zusammen, die in bestimmten akustischen Situationen selbsttätig in die Signalverarbeitung des Hörgerätes eingreifen. Das ist meistens dann der Fall, wenn gleichzeitig Sprache und Lärm erkannt werden. Dann beginnen die Richtmikrofone, das Lärm-Management und (bei einigen Geräten) MyVoice ihre Arbeit – immer mit dem Ziel, den Lärm zu reduzieren und die Sprache hervorzuheben.
Insbesondere Kinder ab dem Kindergartenalter leben meist in einer sehr lauten Welt. In den Augen vieler Pädakustiker sind deshalb gute Automatiken zur Verbesserung des Verstehens und zur Erhaltung der Konzentrationsfähigkeit sehr wichtig.

AI – Künstliche Intelligenz
Artificial Intelligence (AI) – entsprechend künstliche Intelligenz – beschreibt die Fähigkeit der Oticon Hörsysteme aufgrund von gesammelten Informationen eigenständig Entscheidungen zu treffen. Da diese Entscheidungen eigenständig sind, sind sie auch nicht vorhersehbar.
Für Oticon-Hörsysteme wird diese Künstliche Intelligenz dahingehend genutzt, alle Automatikfunktionen der Hörsysteme so zu steuern, das diese ein harmonisches Klangbild liefern und Sprache immer im Vordergrund steht. Mit AI wird sicher gestellt, das die Automatiken im Hintergrund unhörbar, aber sehr wirkungsvoll eingesetzt werden.

Hörgeräte von Oticon mit dem Inium Sense Chip

Folgende Hörgerätetechnikstufen sind seit März 2015 von Oticon verfügbar. Die Technikstufen sind das „Innenleben“ eines Hörgerätes, haben also mit dem Aussehen, der Baugröße und Bauform sehr wenig zu tun. Diese Dinge sind eher von dem Hörverlust und dem Wunsch der Bendienbarkeit vs. Unauffälligkeit abhängig. Eine Auflistung von Funktionen ist Hilfreich um abschätzen zu können mit…